Frischer Wind bei der HARABAU

Der neue Vorstand Mario Mack im Interview
Herr Mack, Sie sind fast sechs Monate als Vorstand im Amt. Wie war der Start bei der HARABAU aus Ihrer Sicht?
Voller Vorfreude, wohl geordnet und turbulent zugleich! [lacht] Das gesamte Team hat es mir sehr leicht gemacht. Ich wurde mit offenen Armen empfangen und habe mich gleich sehr wohlgefühlt. Spürbar waren in den ersten Gesprächen mit Mitgliedern, Kolleginnen und Kollegen aber auch die vielen Erwartungen. Na klar! Hans-Jürgen Teudt hat 27 Jahre als hauptamtliches Vorstandsmitglied die HARABAU geleitet. Da möchte jeder wissen, wie der Neue tickt. Es war ein Glück und sehr hilfreich, dass mein Vorgänger im März noch da war! Wir konnten gemeinsam in Ruhe und mit der nötigen Intensität die Übergabe machen. Aber dann kam Corona! Schlagartig war alles anders und wir waren gefordert, stündlich Entscheidungen zu treffen und Abläufe neu zu organisieren. Das war es mit der geordneten Einarbeitung – jetzt war Handeln gefragt. Aber auch hier war das Team fantastisch! Ich denke, wir haben das bis jetzt wirklich gut gemacht!
Wie beurteilen Sie die Auswirkungen von Corona auf die HARABAU ...
Wir müssen die weiteren mittelfristigen Entwicklungen abwarten! Aber falls es keine zweite Welle gibt, scheint die Hamburger Wohnungswirtschaft wirtschaftlich mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Unsere Mitglieder können sich auf das Bekenntnis der HARABAU verlassen: Mieterinnen und Mieter, die durch Corona in finanzielle Not geraten sind und ihre Miete nicht bezahlen können, müssen keine Sorge haben, ihre Wohnung aus diesem Grund zu verlieren. Das ist ein tolles genossenschaftliches Signal! Traurig macht uns aber die aktuelle Situation unseres Vereins „Förderung der Gemeinschaft“. Das Gemeinschaftsangebot ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Für viele unserer Mitglieder, die im Verein engagiert und motiviert mitwirken, ein fast unerträglicher Zustand. Das kreative Vereins-Team versucht aktuell unter den gebotenen Auflagen zumindest Teile der Angebote vorzuhalten.
... und Sie persönlich?
Ganz ehrlich, das habe ich während meiner mehr als 25-jährigen Tätigkeit in der Wohnungswirtschaft noch nicht erlebt! Und so wird es den meisten ergangen sein! Insbesondere die Kontaktbeschränkungen zu Familie, Freunden und Kollegen haben mich emotional sehr bewegt. Persönlich ziehe ich aus der Krise die Lehre, dass der Glaube an ein optimistisches „immer höher, immer weiter“ sich stärker an den Realitäten messen muss und wir mit mehr Demut und Verantwortung die Zukunft gestalten sollten. Ich bin aber auch begeistert, wie sich viele Themen schnell aus der Not heraus entwickelt haben, zum Beispiel die Solidarität in der Gesellschaft, insbesondere für die, die unser System am Leben halten. Oder der Entwicklungssprung in der Digitalisierung, die Möglichkeiten von Homeoffice und die Erkenntnis, dass wir viel erreichen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen.
Was können die Mitglieder von Ihnen und der HARABAU erwarten?
Ich denke, sehr viel! Das HARABAUTeam, Vorstand und Aufsichtsrat haben im Juni gemeinsam den Startschuss für „HARABAU 2025“ gegeben. „Harabau 2025“ ist das Motto für einen Entwicklungsprozess, der die Leitmotive unserer Genossenschaft für die nächsten fünf Jahre umreißen wird. Wir werden die Mitglieder und Genossenschaft stärker in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns der HARABAU rücken. Zudem wollen wir, dass unsere Mitglieder mehr als bisher von Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen in den Außenanlagen, den Häusern und ihren Wohnungen profitieren. Bei zukünftigen Projekten und Maßnahmen werden auch Aspekte wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz einen höheren Stellenwert einnehmen. Das alles kann jedoch nur gelingen, wenn die HARABAU weiterhin wirtschaftlich in der Balance und erfolgreich bleibt. Meine Vorgänger Hans-Jürgen Teudt und Peter Kessler haben diesbezüglich einen hervorragenden Job gemacht. Die HARABAU steht auf wirtschaftlich sehr gesunden Beinen. Da haben Sie und Ihr Team sich ja sehr viel vorgenommen. Wir wünschen der HARABAU gutes Gelingen.
Kommen wir zu unserer letzten und privaten Frage: Was macht Mario Mack, wenn er nicht an seinem Vorstandsschreibtisch sitzt?
Ich mag das ländliche Leben, weil es einen wunderbaren Gegenpol zum Arbeiten in der Stadt darstellt. Dort wohne und lebe ich mit meiner Frau, Hund und Katze. Unsere vier Kinder sind allesamt erwachsen und gehen bereits ihre eigenen Wege. Wenn mal gerade nichts im und um das Haus herum zu tun ist, nutzen wir die Zeit für ausgedehnte Fahrradtouren, So richtig stillsitzen kann ich nicht – auch im Urlaub steht eher das Reisen im Vordergrund. Wir spannen einfach unseren kleinen Wohnwagen an und entdecken gerne für uns neue Landschaften und Städte.